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[Edit]1 Panoramen
[Edit]1.1 Geschichte
1787 ließ Ire Robert Barker das Panorama als seine Erfindung patentieren. Als Panorama wurde damals ein, in einem runden Gebäude einer sogenannten Rotunde, angebrachtes Gemälde verstanden. Das Panorama stellte im 19. Jahrhundert das erste Massenmedium dar, das durch die Darstellung fremder Orte, im Rundblick und auch nach oben und unten fortlaufend, die Menschen faszinierte.
Generell unterscheidet man zwischen stationären und mobilen Panoramen, wie sie etwa Louis Jacques Mandé Daguerre, der später entscheidend zur Entwicklung der Fotografie beigetragen hat, betrieb.
Es entstehen auch bewegte Panoramen, die dem Betrachter durch bewegen der Kulisse eine realistische Szene noch wirklichkeitsgetreuer erleben ließen. Dazu wurden hunderte Meter lange Panoramen eingesetzt.
In den 1840ern wurde erstmals die Panorama-Fotografie eingesetzt, die bevorzugt 360° Blicke gewährte. Diese Fotografien wurden auch als Vorlagen für Panoramagemälde verwendet.
Heute ergeben sich durch den Einsatz neuer Technologien, weitaus größere Möglichkeiten, Szenen aus aller Welt realitätsnah darzustellen. So können hoch aufgelöste, äußerst detailierte Bilder aufgenommen und mit modernen Drucktechniken produziert werden oder durch Livekameras Panoramabilder praktisch im Moment der Aufnahme betrachtet werden.
[Edit]1.2 Rundgemälde
Zur Betrachtung eines Rundgemäldes betritt der Besucher durch einen dunklen Gang die Plattform in mitten der Rotunde. Diese Plattform gewährt einen Rundumblick auf das Gemälde, ist jedoch einige Meter von der Leinwand entfernt, da so Pinselstriche und Leinwandstruktur für den Betrachter nicht mehr erkennbar sind.
Über der Plattform befindet sich ein Baldachin, der verhindert dass der Besucher einen Blick auf das Dach werfen kann, da dies die Wirkung des Gemäldes stark beeinträchtigen würde. Über dem Baldachin befindet sich die Dachkonstruktion, das sogenannte Velum, das den Lichteinfall auf das Gemälde beeinflusst, und so durch das natürlich Licht das indirekt auf die Leinwand fällt der Eindruck entsteht das Bild wäre transparent.
Durch das faux terrain, eine künstliche Landschaft zwischen Plattform und Leinwand erscheint die dargestellte Szene noch realistischer. Der Übergang zwischen dreidimensionaler Landschaft und dem Bild verläuft oft täuschend echt und durch zusätzliche Effekte wie etwa das Erzählen einer Geschichte zum Bild im Hintergrund perfektioniert sich die Wirkung.
Eine besondere Herausforderung für den Maler eines Rundgemäldes liegt darin dem Betrachter aus jeder möglichen Perspektive eine realitätsnahe Darstellung zu erlauben. So müssen beispielsweise Gebäude oder auch der Horizont verzerrt werden um echt zu wirken. Betrachtet man das Bild aus dem Bauch der Rotunde so wirkt das Dargestellte verzerrt.
Heute sind lediglich etwa 30 Rundgemälde erhalten die sich in der, in den 90er Jahren gegründeten, Panoramagesellschaft zusammengeschlossen haben. Das älteste noch erhaltene Rundgemälde stellt das Wocher-Panorama der Stadt Thun dar, das zwischen 1809 und 1814 entstand.
http://www.kunstmuseum-thun.ch/index.php?id=144" target="_blank" title=http://www.kunstmuseum-thun.ch/index.php?id=144>Wocher-Panorama
(http://www.kunstmuseum-thun.ch/index.php?id=144)
http://www.riesenrundgemaelde.at/d/platform.htm" target="_blank" title=http://www.riesenrundgemaelde.at/d/platform.htm>Riesenrundgemälde Innsbruck
(http://www.riesenrundgemaelde.at/d/platform.htm)
[Edit]1.3 Panoramaarten
[Edit]1.3.1 Sphärische Panoramen
Als sphärisches oder auch Kugelpanorama werden Panoramen bezeichnet, die den gesamten Blick aus einem fixen Standpunkt wiedergeben. Das bedeutet sie gewähren horizontal einen Blickwinkel von 360° und vertikal von 180°. Zum besseren Verständnis kann man sich vorstellen man steht in der Mitte einer Kugel und kann die gesamte einen umgebende Fläche betrachten.
[Edit]1.3.2 Zylindrische Panoramen
Oder auch Kreispanorama genannt, bezeichnet eine horizontale 360° Aufnahme, die jedoch in der Höhe begrenzt ist. Das dem Betrachter gebotene Bild, entspricht somit dem Blick einer sich um seine eigene Achse drehenden Person, jedoch ohne den Boden oder den Himmel mit einzubeziehen. Diese Art von Panorama wird hauptsächlich für Landschaftsaufnahmen verwendet.
[Edit]1.3.3 Kubische Panoramen
Wie beim sphärischen Panorama ist ein horizontaler Blickwinkel von 360° und vertikal von 180° abgebildet, jedoch kann man sich dies so vorstellen als würde man in Mitten eines Würfels stehen. Idealerweise eignet sich diese Art um eine Rundumblick in einem Raum zu erlauben, was beispielswiese in der Architektur Anwendung findet.
[Edit]1.4 Panoramafotografie
[Edit]1.4.1 Aufnahmetechnik
Um ein Panoramafoto aufzunehmen, kann man sich unterschiedlicher Techniken bedienen um die großen Bildwinkel zu realisieren.
[Edit]1.4.1.1 Superweitwinkelobjektiv
Bei Superweitwinkelobjektiven handelt es sich um Objektive mit einer Brennweite von 10 bis 24mm, wodurch ein sehr großer Bildwinkel von bis zu 130° (diagonal) abgebildet werden kann.
Häufig werden mehrere Einzelfotos eines Superweitwinkelobjektivs durch stitching verbunden um einen noch größeren Bildwinkel abbilden zu können.
[Edit]1.4.1.2 Spiegelkegel
Um Kreispanoramen zu fotografieren kann man sich eines Spiegelkegels bedienen. Dazu bringt man den Spiegelkegel vor dem Objektiv an und hält die Kamera nach oben, wodurch sich ein 360° Panorama aufnehmen lässt. Anschließend muss das Bild, mit passender Software, nachbearbeitet, also in ein Kreispanorama umgewandelt werden. Nachteilig bei dieser Methode ist, dass der Blick vertikal sehr eingeschränkt ist, so etwa der Boden nicht mit auf das Bild kommt. Außerdem wird die Auflösung bei einer derart großen Aufnahme verschlechtert.
[Edit]1.4.1.3 Mulit-Shot / Stitching
Sowohl sphärische, kubische als auch zylindrische Panoramen lassen sich mittels Multi-Shot Technik erstellen. Dabei werden eine große Anzahl (je nachdem wie groß der Bildwinkel ist, den man festhalten möchte) Einzelbilder erstellt, die anschließend mit einer Spezialsoftware zusammengesetzt (stitching) werden. Je nach gewünschtem Ergebnis werden zur Aufnahme der Bilder unterschiedliche Objektive unter anderem auch Fish-Eye-Objektive verwendet.
[Edit]1.4.1.4 Rotationskamera (Round Shot Panorama Kamera)
Mit einer Rotationskamera lassen sich qualitativ hochwertige 360° Panoramen in nur einer Aufnahme festhalten. Dabei wird die Kamera auf einem Stativ befestigt und dreht sich während der Aufnahme um 360°. Dazu synchron wird auch der Film weitertransportiert. Da herkömmliche Filme verwendet werden können sich Negativbreiten von beispielsweise 20cm ergeben.
[Edit]1.4.2 Panoramafotografie durch Multi-Shot / Stitching
[Edit]1.4.2.1 Einzelbilder aufnehmen
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Entscheidet man sich ein Panorama aus mehreren Einzelbildern zu erstellen, müssen bei der Aufnahme einige Faktoren berücksichtigt werden damit anschließend ein qualitativ hochwertiges Gesamtbild daraus entstehen kann.
[Edit]1.4.2.1.1 Nodalpunkt
Als Nodalpunkt bezeichnet man das optische Zentrum, die Stelle im Linsensystem an dem sich die Lichtstrahlen brechen und das Bild dadurch auf den Kopf gestellt wird. Damit beim zusammenfügen der Fotos kein Parallaxenproblem entsteht muss die Kamera bei der Aufnahme der Einzelbilder um den Nodalpunkt gedreht werden. Als Parallexenproblem bezeichnet man das Verschieben der Vorder- und Hintergrundinformationen, das beim drehen der Kamera entstehen kann.
[Edit]1.4.2.1.2 Drehwinkel/Überlappung
Um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen müssen sich die Einzelbilder überlappen, damit beim Stitchen keine Probleme auftauchen. Die Anzahl der benötigten Einzelbilder sowie der Drehwinkel können unter Berücksichtigung des Aufnahmeformats, der Brennweite des Objektivs sowie der gewünschten Überlappung errechnet werden.
So würde man beispielsweise wenn man ein 360° Panorama aus Hochformatbildern, die mit einem Objektiv mit einer Brennweite von 35mm aufgenommen werden und eine Überlappung von 40% realisiert werden soll, 16 Bilder bei einem Drehwinkel von 23° erstellen müssen.
[Edit]1.4.2.1.3 Kameraeinstellungen
Wenn möglich sollte für alle Aufnahmen die gleichen Belichtungseinstellungen verwendet werden, der Weißabgleich gleich sein (Automatik ausschalten) und einheitlich fokussiert werden (gleich Schärfentiefe).
Da sich dies jedoch nicht immer machen lässt, etwa wenn die Kontrastunterschiede zu groß sind, sollte eine große Überlappung (50%) gewählt werden damit die Stitching-Software ausgleichen kann oder es muss händisch nachbearbeitet werden.
Falls die Kamera über eine Panoramafunktion verfügt kann mit Hilfe dieser gearbeitet werden.
[Edit]1.4.2.2 Ausrüstung
Um Einzelbilder zu erzeugen die sich möglichst gut zu einem Panorama zusammenfügen lassen, kann man sich einiger Hilfsmittel bedienen, die etwa das Parallaxenproblem beseitigen.
[Edit]1.4.2.2.1 Stativ
Durch verwenden eines Stativs lassen sich ‚bessere‘ oder besser zueinanderpassende Einzelbilder aufnehmen. Bei der Auswahl des Stativs sollte auf genügend Eigengewicht geachtet werden, so wird verwackeln durch äußere Einflüsse verhindert. Zusätzlich hilfreich ist es wenn das Stativ an der Drehachse über eine Gradanzeige verfügt, da sich so der zuvor berechnete Drehwinkel genau umsetzten lässt.
[Edit]1.4.2.2.2 Nodalpunktadapter (Panoramakopf)
Wenn man die Kamera direkt auf das Stativ setzt, stimmt der Drehpunkt des Stativs nicht mit dem Nodalpunkt der Kamera überein, wodurch sich Parallaxenfehler ergeben. Durch verwenden eines Nodalpunktadapter kann dieses Problem beseitigt werden. Der Adapter wird auf dem Stativ befestigt und darauf wiederum die Kamera. So kann nun die Kamera, je nachdem wo ihr Nodalpunkt liegt auf dem Stativ verschoben werden, idealerweise ist der Adapter zusätzlich mit Wasserwaagen ausgestattet um eine exakte horizontale und vertikale Einstellung zu ermöglichen.
[Edit]1.4.2.3 Software
[Edit]1.4.2.3.1 Stitching
Nachdem die Einzelbilder erstellt wurden können diese am PC mit Hilfe von geeigneter Software zu einem Panorama zusammengefügt werden.
Mit geeigneten Bildbearbeitungsprogrammen ist es möglich die Einzelbilder selbst zusammenzufügen, jedoch gibt es eine Vielzahl an Panoramaprogrammen die dies automatisch erledigen und anschließend Korrekturen vornehmen um beispielsweise Farbwerte und Belichtungen in Überlappungsbereichen anzugleichen.
So müssen meist lediglich die Einzelbilder in die Software geladen und in die richtige Reihenfolge gebracht werden woraufhin das Programm automatisch das Panorama zusammenfügt.
Einige Panoramaprogramme: PanoTools, hugin, autostitch, Panorama Factory, Panoramastudio, PTgui, usw.
[Edit]1.4.2.3.2 Präsentation
Natürlich kann man sich sein erstelltes Panorama selbst ausdrucken oder auch von einer Firma entwickeln lassen. Will man das Panorama jedoch beispielsweise im Internet präsentieren so kann dies mit Hilfe von Viewern geschehen. Durch einen Viewer wird eine genaue Betrachtung des Bildes und auch beispielsweise eine animierte Darstellung möglich.
Viewer-Software: panorado, PTViewer, 360 Pano Viewer, etc.
