[Article: Klettern | Diskussion ]
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Inhaltsverzeichnis

[Edit]1 Klettern

[Edit]1.1 Vorbereitungen

Damit das Klettern zu einem erfolgreichen Erlebnis wird, muss man sich im Vorfeld einige Grundlagen aneignen, wozu es sich empfiehlt einen Kletterkurs zu besuchen, jedoch auch andere Faktoren, wie zum Beispiel die passende Ausrüstung oder das richtige Aufwärmen spielen eine große Rolle.

[Edit]1.1.1 Ausrüstung

[Edit]1.1.1.1 Kletterschuhe

Um einen sicheren Tritt zu erlangen, ist es wichtig beim Kauf auf einige Kriterien zu achten. Bei der Größe ist zu beachten, dass der Schuh eng anliegen sollte, da ansonsten das eventuell überstehende Material behindert. Weiters muss auf eine geeignete Passform sowie auf die Härte der Sohlen geachtet werden. Prinzipiell kann man zwischen verschiedenen Typen von Schuhen unterscheiden.

[Edit]1.1.1.2 Sicherungsgeräte

[Edit]1.1.1.2.1 Klettergurt

Dabei handelt es sich normalerweise um einen Hüftsitzgurt. Dieser kann in verschiedenen Ausführungen, auch mit Polsterung, erworben werden.

[Edit]1.1.1.2.2 Seil

Generell verwendet werden drei Typen von Seilen: Einfachseil, Halbseil und Zwillingsseil.

Einfachseile, meistverwendeter Typ, mit einem Durchmesser von 9,5 bis 11mm halten mindestens 5 Normstürze bei einem Gewicht von 80kg und sind in 50 oder 60m Länge erhältlich.
Halbseile weisen einen Durchmesser von 8 bis 9mm auf und halten 5 Normstürze bei einem Gewicht von lediglich 55kg, wodurch sie meist im Doppelstrang verwendet werden.
Zwillingsseile werden immer im Doppelstrang eingesetzt, da sie bei einem Durchmesser von lediglich 7,5 bis 8mm im Einfachstrang nicht ausreichende Sicherheit geben. Im Doppelstrang halten sie jedoch mindestens 12 Normstürze bei 80kg.

Als Multisturzseile bezeichnet man Seile die mindestens 10 Normstürze halten.

[Edit]1.1.1.2.3 Karabiner

Man unterscheidet verschiedene Arten von Karabinern, die bei verschiedenen Sicherungstechniken und auch in Kombination mit anderen Sicherungselementen eingesetzt werden.
Normalkarabiner, mit nicht feststellbarem Schnapper, Schraubkarabiner die es erlauben den Schnapper zu fixieren und auch HMS-Karabiner, die sich aufgrund ihrer Form besonders zum Sichern mit dem Halbmastwurfknoten eignen, finden Einsatz.

[Edit]1.1.1.2.4 Abseilachter

Zum Sichern und Abseilen wird häufig ein Abseilachter verwendet, der wie der Name schon andeutet meist die Form einer Acht hat. Die kleinere Öse der Acht wird mittels Schraubkarabiner am Hüftgurt des Sichernden befestigt, das Seil wird um den Abseilachter gelegt und so durch die größere Öse geführt, dass durch Reibung ein sicheres Abseilen möglich wird.

[Edit]1.1.1.2.5 Grigri

Das Grigri wird vor allem von erfahrenen Kletterern eingesetzt, da man bei der Handhabung auf einige Dinge achten muss um volle Sicherheit zu gewährleisten. Vorteilhaft ist, dass durch die statische Blockade des Seils der Sichernde kaum Kraft aufwenden muss um den Kletternden zu sichern, jedoch nur wenn beim Einlegen des Seiles korrekt gearbeitet wurde, da ansonsten zahlreiche Gefahren lauern.

[Edit]1.1.2 Sicherungstechniken

[Edit]1.1.2.1 Partnersicherung

In den häufigsten Fällen bilden zwei oder mehrere Kletterer eine Seilschaft, d.h. sie sind durch ein Seil miteinander verbunden. Ein Seilende wird am Gurt des Kletternden befestigt und das andere wird vom Sichernden, über einen Umlenkpunkt, gehalten. Im Umlenkpunkt läuft das Seil über spezielle Sicherungsgeräte ( z.B.: Abseilachter, Grigri, etc.) oder einen Sicherungsknoten. Nun unterscheidet man zwischen Vorstiegsicherung und Nachstiegsicherung.

Vorstiegsicherung
Der Kletternde führt das Seil mit sich und befestigt es an Zwischensicherungen, die er entweder selbst legt oder die schon in regelmäßigen Abständen vorhanden sind. Der Sicherende gibt mit zunehmendem Fortschritt Seil nach.

Nachstiegsicherung
Der Kletternde ist über das am obersten Haken (Toprope) eingehängte Seil, das vom Sicherenden mit zunehmendem Fortstritt eingeholt wird, gesichert.

[Edit]1.1.2.2 Die wichtigsten Knoten

Achterknoten Dieser wird meist zum Einbinden am Klettergurt verwendet.
Halbmastwurfknoten Dieser Knoten wird beim Sichern des Kletternden durch den Umlenkpunkt gelegt, was es dem Sichernden ermöglicht Seil nachzugeben, im Falle eines Sturzes zieht sich der Knoten jedoch zu und der Sturz wird gestoppt.

[Edit]1.1.3 Aufwärmen

Um das Verletzungsrisiko zu senken und die Leistungsfähigkeit zu steigern, sollte vor dem Klettern ein Aufwärmtraining absolviert werden.
Es empfiehlt sich zuerst ein allgemeines Aufwärmen, wie zum Beispiel Warmlaufen, da möglichst viele Muskelgruppen beansprucht werden. Zur Anregung der Unterarmmuskulatur ist es möglich beispielsweise einen weichen Ball zu kneten.
Als spezielles Aufwärmen bezeichnet man kurzes Einklettern, da sich der Körper dabei an die speziellen Bewegungen beim Klettern gewöhnen kann.

[Edit]1.1.4 Routenbewertung

Um die Schwierigkeit von Kletterrouten zu definieren und um verschiedene Routen miteinander vergleichen zu können, werden Schwierigkeitsskalen eingesetzt.
Die am häufigsten verwendeten Skalen sind die UIAA, französische oder amerikanische Skala.

UIAA
Bei dieser Skala erfolgt die Bewertung mittels römischer oder arabischer Zahlen die durch Anfügen eines + oder – eine Verfeinerung der Angabe zulässt. So sind Werte wie z.B.: 5+, 7- oder 3+ möglich. Darüberhinaus kann eine noch präzisere Angabe durch Zwischenwerte erfolgen: 7+/8-

Französische Skala
Die französische Skala bewertet mit arabischen Zahlen die durch das Hinzufügen von a, b und c unterteilt werden und durch wahlweises anfügen eines + aufgewertet werden können (es ist jedoch keine Abwertung durch – möglich). Es sind ebenfalls auch Zwischenwerte möglich. Beispiele: 4a, 5b+, 6a+/6b

[Edit]1.2 Kletterarten

[Edit]1.2.1 Freiklettern

Bei dieser Art des Kletterns dürfen lediglich Arme und Beine verwendet werden um die Kletterwände zu erklimmen, Hacken und Seile dürfen lediglich als Sicherungselemente eingesetzt werden. Beim Freiklettern unterscheidet man hauptsächlich zwischen Sportklettern, Alpinklettern und Bouldern.

[Edit]1.2.1.1 Sportklettern

Beim Sportklettern steht vor allem der sportliche Gedanke im Vordergrund und somit die Klettertechnik. Es ist eine vergleichsweise ungefährliche Art des Kletterns, da die meisten Routen über eine Vielzahl an Sicherungspunkten verfügen. Meist wird in Zweierteams geklettert wobei abwechselnd die Rolle des Sichernden am Boden übernommen wird.

[Edit]1.2.1.2 Alpinklettern

Den Gipfel zu erreichen stellt das Hauptziel beim Alpinklettern dar. Eine geschickte Routenplanung, sowie eine gute Ausrüstung sind wichtig, da sich Touren über mehrere Tage erstrecken können und oft hohe Bergwände über mehrere Seillängen bewältigt werden müssen. Um gefährlichen Situationen gewachsen zu sein sollten Kletterer, vor allem Alleinkletternde, bestens mit Sicherungs-, Bergungs- und Abseiltechniken vertraut sein.

[Edit]1.2.1.3 Bouldern

Bei dieser Art des Kletterns werden weder Seile noch Gurte verwendet um somit frei Felsen, Pfeiler oder auch Kletterwände, die jedoch nur Absprunghöhe haben dürfen, bezwungen. Zum Abdämpfen des Sturzes werden spezielle Bouldermatten, sogenannte Crashpads verwendet. Man unterscheidet zwischen Lowballs, Kletterrouten mit einer Höhe bis zu 5 Metern und Highballs, Höhen über 5 Metern.

[Edit]1.2.2 Technisches Klettern

Im Gegensatz zum Freiklettern werden Seile, Haken und sogar Leitern als Hilfsmittel verwendet um das Ziel zu erreichen. So können selbst glatte Wände durch Anbringen von Haken in Rissen oder sogar durch Bohren von Löchern für Bohrhaken, beklommen werden. Zur Bewertung von technischen Kletterrouten dient eine Skala von A0 bis A6, wobei Faktoren wie Härte des Felsen, Kraftaufwand und Schwierigkeit des Hakenanbringens berücksichtigt werden.

[Edit]1.3 Begehungsstile

Um Leistungen verschiedener Kletterer fair vergleichen zu können, ist es nötig zu definieren wie eine Route begangen werden muss, da die verschiedenen Begehungsstile teilweise unterschiedliche Fähigkeiten voraussetzen. Folgende Arten eine Route zu bewältigen haben sich weitgehend durchgesetzt:

Rotpunktklettern
Beim Rotpunktklettern gilt es als Ziel, eine dem Kletternden bekannte Route sturzfrei, in einem Stück durchzuklettern, wobei Seil und Sicherung selbst angebracht werden müssen.

Flash
Wie beim Rotpunktklettern muss sturzfrei, an einem Stück eine dem Kletternden unbekannte Route (Informationen über die Route stehen ihm zur Verfügung) beim ersten Versuch durchklettert werden. Seil und Sicherung müssen ebenfalls selbst angebracht werden.

On-Sight-Klettern
Beim On-Sight-Klettern kommt noch erschwerend hinzu, dass einem keine Informationen im Vorfeld zur Verfügung stehen und man keinem vorangegangenen Kletterer zusehen darf, und somit völlig eigenständig einen Weg finden muss.

Weitere Begehungsstile
Als mögliche Abwandlungen dieser Begehungsstile gibt es beispielsweise das Pinkpointklettern, das sich vom Rotpunktklettern dadurch unterscheidet, dass der Kletternde bereits vorhandene Zwischensicherungen verwenden darf. Weiter Möglichkeiten: a.f., Handdogging, etc.

[Edit]1.4 Klettertechnik

Da sich Kletterrouten sehr individuell gestalten und auch jeder Kletterer über eigenen Fähigkeiten und Merkmale verfügt, gibt es keine Schlüsseltechnik mit der sich jede Route bewältigen lässt. Jedoch gibt es einige Anhaltspunkte und Techniken die in gegebenen Situationen zum Ziel führen.

[Edit]1.4.1 Grifftechnik

Allgemein sollte darauf geachtet werden, dass möglichst flächenausfüllend, formschlüssig gegriffen wird, jedoch nur mit dem wirklich erforderlichen Kraftaufwand um einen Sturz zu vermeiden.
Griffe können auf unterschiedliche Arten gegriffen werden, so ergeben sich auch verschiedenen Griffarten wie beispielsweise Untergriff, Obergriff, Zangengriff, Aufleger und Seitgriff.

[Edit]1.4.2 Tritttechnik

Das Gewicht des gesamten Körpers ruht auf den Füßen, sie bilden den Standpunkt und helfen bei der Stemm-und Stützarbeit der Beine. Daher sollte man auf einen sicheren Tritt achten. Dabei kann man entweder mit der Fußaußen- oder Innenkante im Zehn-Ballenbereich oder Frontal mit der Fußspitze treten. Bei einem Reibungstritt wird die Sohle auf den glatten Fels gesetzt und durch die Haftreibung wird ein Verrutschen verhindert.

[Edit]1.4.3 Bewegungsabläufe

[Edit]1.4.3.1 Steigtechnik

Als Grundbewegung könnte man die Steigtechnik bezeichnen, wobei man sich zunächst in eine stabile Ausgangsposition bringt, d.h. beide Beine werden gleichmäßig belastet, die Arme fixieren die Position und der Körperschwerpunkt liegt mittig über der Standfläche.
Dann verlagert man das Gewicht auf eines der Standbeine und kann somit, mit dem nun freien Fuß den nächsten Tritt unbelastet setzen. Dabei nicht einfach blind mit dem Fuß suchen sondern den Blick nach unten richten und eine geeignete Stelle auswählen. Ebenfalls für die freie Hand einen neuen Griff aussuchen.
Durch verschieben der Hüfte kann nun der Schwerpunkt über die neue Trittfläche verschoben werden und durch ‚steigen‘ angehoben werden.
Nun befindet man sich in der neuen Position. Das Gewicht jetzt wieder gleichmäßig auf beide Beine verteilen und den Körperschwerpunkt mittig legen.

[Edit]1.4.3.2 Eindrehen

Um eine größere Reichweite der Arme zu erreichen oder auch kraftsparender zu klettern, sollte man sich der Eindrehtechnik bedienen. Dabei wechselt man aus einer frontalen Kletterposition in eine seitliche, das bedeutet man dreht eine Schulter der Wand zu, der Haltearm wird angewinkelt, das Gewicht ruht auf einem Fuß und der andere verhindert das Ausdrehen.

[Edit]1.4.3.3 Froschtechnik

Zunächst mit beiden Händen greifen, dann tritt der erste Fuß, eher hoch, mit angewinkeltem nach außen gedrehtem Knie. Darauf folgt der zweite Fuß, der ebenfalls mit angewinkeltem, nach außen gedrehtem Knie etwa auf gleicher Höhe daneben gesetzt wird. So befindet man sich nun in einer Art hockenden Ausgangsposition (Froschstellung) aus dieser man nun beide Beine streckt, die Arme werden nicht belastet sie sichern nur das nach hinten fallen. Der Körperschwerpunkt verlagert sich dabei nicht. Anschließend mit beiden Händen neuen Griff suchen und anschließend wieder mit den Füßen, wie oben beschrieben nachsteigen.

[Edit]1.4.3.4 Spreizen und Stützen

Diese Technik lässt sich nur in Verschneidungen oder Kaminen anwenden. Man spreizt sich, idealerweise mit gestreckten Armen in die Verschneidung, so wird es möglich jeweils einen der vier Berührungspunkte zu entlasten oder sich durch greifen bzw. treten nach oben zu arbeiten. So kann man die linke Hand auf Hüfthöhe ansetzten und anpressen wodurch es dann möglich wird den linken Fuß zu entlasten und höher zu steigen. Nun kann die Hand wieder höher angesetzt werden und somit der gleiche Vorgang für die andere Seite angewandt werden.

[Edit]1.4.3.5 Gegenstemmtechnik(Piazen)

Um Halt an einem Riss oder einer Kante zu bekommen kann man sich der Gegenstemmtechnik bedienen. Dabei wirken auf die Arme Zug- und auf die Füße Druckspannungen. Man verlagert den Schwerpunkt absichtlich nach hinten und seitlich vom Körper da so der nötige Druck aufgebaut werden kann. Die Arme sollten möglichst gestreckt und der Abstand zwischen Armen und Beinen eher groß sein, da dadurch geringere Zugkräfte auf den Armen lasten.



Last changed: 08.08.2007 11:48 (CID: 657) by Daniel Stockner - HomePage Reload page Edit Versions Download HTML