Wandern auf Mallorca
Wir waren im Winter 2010 eine Woche zum Wandern auf Mallorca
Wer Mallorca aus dem Fernsehen kennt oder vielleicht auch schon persönlich dort war, hat dennoch meist ein einseitiges Bild von der Insel. Viel zu sehr verbindet man Mallorca mit dem Massentourismus, der ohne Zweifel auf der Insel herrscht. Weitaus weniger bekannt ist das Tramuntanagebirge, das sich über die gesamte Nordküste der Insel erstreckt.
Mit immerhin fast 1.500 Metern ist der Puig Major der höchste Berg Mallorcas, der - da der Beobachter meist fast auf Meereshöhe steht - sehr imposant wirkt. Leider befindet sich auf seinem Gipfel eine Radarstation, so dass der gesamte Berg militärisches Sperrgebiet ist. Wirklich schade. Die Aussicht von dort oben muss grandios sein und bleibt leider den Militärs vorbehalten.
Ich war in der vergangenen Woche mit meiner Frau eine Woche zum Wandern auf Mallorca. Obwohl es durchaus auch anspruchsvollere Strecken dort gibt, haben wir es vorgezogen, einen eher erholsamen Wanderurlaub zu verbringen. Ohne Mietwagen geht dies aber leider nicht, da die spärlich im Tramuntanagebirge vorhandenen Ortschaften noch spärlicher an das Busnetz angeschlossen sind.
Die schönste Wanderung führte uns von der Cala Tuent zur Bucht Sa Calobra, die auch bekannt ist als die Mündung des Canyons Torrent de Pareis. Es ist sehr zu empfehlen, die Wanderung in der Cala Tuent zu starten und nicht umgekehrt. Im Gegensatz zu Sa Calobra sind dort die Parkplätze nämlich kostenlos. Bei einem Stundenpreis von etwa 2,50 Euro in Sa Calobra kann die Lust auf die Wanderung ansonsten schnell vergehen.
Eine weitere Tour führte uns auf einen Weg, der eigentlich ein Pilgerweg ist. Nördlich der kleinen Ortschaft Caimari, die an den Südhängen des Tramuntanagebirges liegt, beginnt ein rund acht Kilometer langer Pilgerweg zum Kloster Lluc, wo die Schwarze Madonna, das Inselheiligtum Mallorcas, ausgestellt wird. Obwohl auf der Strecke einige Höhenmeter überwunden werden müssen, ist die Wanderung absolut entspannend und eignet sich auch für ungeübte Wanderer.
Wesentlich spektakulärer war die Wanderung von Alcudia bis zum Ende der Halbinsel La Victoria, die eigentlich nicht mehr im Tramuntanagebirge liegt, deswegen aber nicht minder spektakulär ist. Von der Meereshöhe bei Alcudia führt der Wanderweg über eine schmale Strecke bis auf 450 Meter, von wo man einen fantastischen Ausblick über den gesamten Norden der Mallorcas genießen kann. Ist die Sicht gut, kann man auch auf die rund 40 Kilometer nordöstlich gelegene Nachbarinsel Menorca blicken.
Ebenfalls nicht mehr im Tramuntanagebirge lag unser Ziel des letzten Tages unseres Aufenthaltes. Von dem kleinen Küstenort Betlem an der Bucht von Alcudia, der eigentlich nur eine Ansammlung von Ferienhäusern fast ohne einheimische Bewohner ist, wanderten wir zu der rund 350 Meter hoch gelegenen Ermita de Betlem, der Einsiedelei von Betlem, wo noch immer einige Mönche leben. Die Einsiedelei ist fast ein Geheimtipp.
Touristen trifft man hier kaum, da das Gebiet mit dem Auto nur über eine schmale und ebenso schlechte Straße von Arta aus erreichbar ist. Neben der kleinen Kirche ist vor allem der Kakteengarten sehenswert, den die Mönche (angesichts der Größe der Kakteen wohl schon vor längerer Zeit) angelegt haben.
Nach einer Woche Aufenthalt und drei Strandtagen hieß es dann von Mallorca wieder Abschied zu nehmen. Da wir den Massentourismus nicht so sehr mögen, wird uns die Insel im Sommer sicher nicht mehr sehen. Für uns als Nicht-Schifahrer ist Mallorca aber ein perfektes Winterziel zum Wandern geworden, das noch in einer erträglichen Flugzeit erreichbar ist.