Ohne Ausrüstung am Felsen klettern und dann einfach abspringen – aus einer Höhe von fünf Metern oder mehr. Beim Bouldern geht es zwar auch um Kraft, vor allem aber um die richtige Technik. Und natürlich um Ausdauer. Nur so wird es euch gelingen, Boulderprobleme zu lösen und damit schwierige Routen an den Felsabschnitten zu bewältigen.

Wer gerne in freier Natur bouldern geht, der findet in Deutschland und Europa viele tolle Gebiete und Spots. Fontainebleau ist sicherlich eines der bekanntesten, wenn nicht sogar DAS Gebiet schlechthin. Aber auch abseits von „Bleau“ gibt es beeindruckende Boulder-Gebiete in ganz Europa.

  1. Santa Caloma de Farners und El Escorial, Spanien

Wenn ihr bevorzugt an einem Ort klettert, der weniger frequentiert ist und größtenteils von lokalen Boulderern besucht wird, seid ihr in Santa Coloma de Farners richtig. Das Gebiet liegt nur 90 Kilometer von Barcelona entfernt und bietet den geübten Kletterern unter euch fünf Sektoren mit ca. 85 Problemen. Die Blöcke bestehen hier sowohl aus niedrigen als auch aus hohen Felsen und bieten euch damit abwechslungsreiche Routen. Zudem ist das Absprunggelände erstklassig – das perfekte Plätzchen inmitten der Provinz Girona.

Ihr seid eine Gruppe, die sich aus Fortgeschrittenen und Einsteigern zusammensetzt? Dann ist El Escorial eine gute Wahl! Die Besucher verteilen sich hier über ein weiträumiges Gebiet, das für jeden Schwierigkeitsgrad etwas parat hat. Das Gelände ist mit dem Zug gut von Madrid aus zu erreichen. An der Haltestelle „El Escorial“ angekommen, sind es dann nur noch 15 Minuten Fußweg bis zu der beeindruckenden Fels- und Waldlandschaft. Macht es euch am Ende des Tages auf einem der zahlreichen Brocken gemütlich und genießt den Sonnenuntergang.

  1. Villa di Mello, Italien

Gigantische Granitfelsen, tosende Wasserfälle und zum Teil unberührte Natur: Willkommen in Villa di Mello! Dieses malerische Bergtal gehört zu einem der schönsten Kletter- und Boulder-Spots in „Bella Italia“, mit riesigen Felsblöcken auf weitläufigen Wiesen und einer herrlichen Waldlandschaft in der Umgebung. Insgesamt erwarten euch hier über 1.000 erschlossene Probleme mit Schwierigkeitsgraden von 6a bis 7a der FB-Skala (Fontainebleau-Skala). Am besten erklimmt ihr die Brocken im Frühling oder im Herbst bei angenehmen Temperaturen. Im Sommer dagegen empfehlen wir euch, auf die höher gelegenen Gesteine in den Wäldern auszuweichen oder euch an den schattige Routen am Block des Sasso di Remenno unterhalb von San Martino auszutoben.

  1. Tessin, Schweiz

Nur eine 90-minütige Autofahrt von Mailand entfernt findet ihr mit dem Schweizer Kanton Tessin eine der abwechslungsreichsten Boulder-Gegenden in Europa. Kraftraubende Riss- und Leistenklettereien an den Felsen aus Gneis-Gestein warten hier auf euch. Zu den bekanntesten Gebieten gehören Cresciano, Chironico und Brione, die ihr zwischen Oktober und spätem März besuchen solltet – auch wenn der Winter dort bitterkalt sein kann, sind sie zu dieser Jahreszeit nur wenig besucht und die Steinbrocken erfüllen alle notwendigen Voraussetzungen. Darüber hinaus ist mit den Schwierigkeitsgraden 2 bis 8c der FB-Skala für jedes Leistungsniveau etwas dabei.

 

  1. Annot, Frankreich

Selbstverständlich darf das „Little Fontainebleau“ nicht auf unserer Liste fehlen. Das bemerkenswerte Sandsteingelände liegt etwa auf halbem Weg zwischen Ceüse und der Verdonschlucht. Habt ihr die Schotterstraße sowie die rund 700 Höhenmeter überwunden, erwartet euch ein wahres Boulder-Paradies. Das Areal birgt enorme Felsblöcke mit großen Löchern, die an einigen Stellen eine ausgeklügelte Technik verlangen. Habt ihr es jedoch geschafft, die Probleme zu lösen, dürft ihr euch für eure Athletik danach mit der hinreißenden Fernsicht belohnen. Noch eindrucksvoller wird es in den höheren Gebieten. Schließlich gilt in Annot das Gesetz „je höher die Lage, desto schöner der Felsen“.

  1. Kochel, Deutschland

Oberhalb des idyllischen Kochelsees und nur eine Stunde von München entfernt, trefft ihr auf ein besonders beliebtes Boulder-Ziel in den bayerischen Voralpen. Die recht brüchigen Kalksteinfelsen bieten euch mehr als 500 Probleme, die sich auf rund 30 Wände verteilen. Diese sind oftmals leicht überhängend und sind technisch sehr anspruchsvoll, die meisten Routen bewegen sich im siebten französischen Schwierigkeitsgrad oder höher. Ein Highlight ist sicherlich der atemberaubende Blick auf den Kochelsee und das Gebirge dahinter. Und auch Fans von Deep Water Soloing werden hier fündig: Eine Wand befindet sich direkt am zauberhaften Kochelsee.

 

Mehr Infos über Bouldern und den Ursprung des Sports erfahrt ihr hier: 

Bouldern – Klettern ohne Sicherung