Beim Eistauchen begeben sich die Sportler unter eine geschlossene Eisdecke und können dort eine beeindruckende winterliche und erstarrte Unterwasserwelt erforschen. Natürlich sollte vorher eine fachkundige Anleitung erfolgen und bereits Taucherfahrung vorhanden sein, da der Extremsport ansonsten sehr gefährlich sein kann. In einigen Gebieten ist das Eistauchen bereits als Wintersport anerkannt, wie zum Beispiel in der Alpenregion. Beim Abtauchen unter die Eisdecke bietet sich den Tauchern ein beeindruckendes Bild und unter Wasser sind einmalige Eisformationen zu finden, die es nur im Winter gibt. Zudem können auch Fische und andere Wasserbewohner in ihrer winterlichenKältestarre begutachtet werden.

Nützliche Tipps zum Eistauchen

Anfänger, die noch nicht soviel Erfahrung mit dem Eistauchen haben, sollten bei den ersten Tauchgängen niemals ohne eine erfahrene Begleitung unter die Eisdecke gehen. Bevor man jedoch abtauchen kann, muss zunächst ein ausreichend großes Loch in die Eisdecke gesägt, gebohrt oder gehackt. Auch hierbei sollte immer ein Partner – der sogenannte Signalmann – anwesend sein, der den Taucher mithilfe eines Seils beim Bohren des Lochs und auch beim anschließenden Tauchgang absichert und über das Seil mit der Gruppe kommuniziert. Ohne dieses wäre es nahezu unmöglich, das zuvor gebohrte Loch wiederzufinden. Das Tauchseil sollte beim Eistauchen mindestens 50 bis 100 Meter lang sein.

Eistaucher am Rand eines zugefrorenen Sees

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Natürlich darf auch die passende Ausrüstung nicht fehlen, um mit den eisigen Temperaturen zurechtzukommen. Hierzu gehört neben einem passenden Trockentauchanzug, der das Unterkühlen verhindert, auch ein geeignetes Atemgerät, welches vereisungsunempfindlich sein muss. Zusätzlich werden eine Druckluftflasche mit Doppelabgang oder wahlweise zwei komplett getrennte Atemsysteme, das heißt zwei Flaschen mit je einem Atemregler, benötigt. Unter Wasser sollten Neulinge immer in der Nähe des erfahrenen Eistauchers bleiben und auf dessen Anweisungen achten. Auch wenn vor allem der Kick des Extremsports die Menschen reizt, ist beim Eistauchen immer Vorsicht geboten.

Eisschwimmen als Extremsport

Eisschwimmen ist ähnlich wie Eistauchen ein Extremsport, der bei einigen Menschen auf Unverständnis stößt. Andere hingegen empfinden dies als sehr angenehm und sind davon überzeugt, dass sie ihrer Gesundheit mit dem winterlichen Baden etwas Gutes tun. Um das Winterbaden in vollen Zügen genießen zu können, gibt es auch hierbei einige Punkte zu beachten.

Was genau ist Eisschwimmen?

In Deutschland gibt es knapp tausend Menschen, die das winterliche Baden in offiziellen Vereinen betreiben. Und diese haben eine gemeinsame Leidenschaft – das Schwimmen bei sehr niedrigen Temperaturen. Zumeist treffen sie sich hierfür in kleinen Gruppen und bringen zunächst zusammen den Kreislauf in Schwung, bevor es in das eiskalte Wasser geht. Eisschwimmen kann nicht sehr lange durchgeführt werden, so dass man das Wasser nach spätestens fünf Minuten wieder verlassen muss. Die Saison hierfür beginnt schon im frühen Herbst – es bleibt also ausreichend Zeit, um für das Schwimmen in eisigen Temperaturen zu trainieren.

Eisschwimmen ist gesund

Sobald das eiskalte Wasser betreten wird, erfährt der Körper einen extremen Temperaturreiz. Die Körpertemperatur sinkt in kürzester Zeit rapide ab, die Kerntemperatur bleibt hingegen erhalten. Der Körper reagiert sofort auf die neue Umgebung und wandelt Energie in Wärmeenergie um. Dadurch weiten sich die Gefäße, was wiederum zu einer besseren Blutzirkulation führt. Viele Mediziner sind der Meinung, dass Eisschwimmen das Immunsystem stärken kann und der Körper dadurch besser gegen Infektionen geschützt ist. Nach dem Bad regeneriert sich der Körper wieder, was zu einem Wohlbefinden und auch zu einem erhöhten Lebensgefühl führt.

Worauf sollte beim Eisschwimmen geachtet werden?

Winterbaden ist nicht ungefährlich, wenn es von untrainierten und vor allem unerfahrenen Menschen durchgeführt wird. Daher sollte man sich zunächst langsam an die kalten Temperaturen herantasten, zum Beispiel mithilfe einer Wechseldusche oder einem Kneippbecken. Zudem sollte Eisschwimmen niemals alleine durchgeführt werden. Besser ist es, sich mit anderen Extremsportlern zusammenzutun und gemeinsam das eisige Wasser zu betreten. Wer zu schnell oder gar gänzlich untrainiert ins eiskalte Wasser steigt, setzt sich dem Risiko eines lebensgefährlichen Kälteschocks aus. Da die Hände und Füße besonders schnell auskühlen, ist es empfehlenswert, die Hände beim Winterbaden immer in die Luft zu halten. An den Füßen können Neoprensocken getragen werden, um nicht zu viel und nicht zu schnell an Körpertemperatur zu verlieren.

Wie bereits erwähnt, sollte Eisschwimmen nie länger als fünf Minuten durchgeführt werden, da es ansonsten zu einer Unterkühlung kommen könnte. Nach dem Eisbad sollte dann direkt warme Kleidung übergezogen werden. Auf Sport und andere körperliche Betätigungen verzichtet ihr zunächst am besten, da der Körper sich erst von dem Eisschwimmen erholen muss. Wenn diverse körperliche Beschwerden bestehen, fragt vor eurem ersten Eisbad einen Arzt, ob das Schwimmen in eiskaltem Wasser für euch möglich ist.

In welchen Regionen kann man Eistauchen und Eisschwimmen?

In Deutschland kann Eisschwimmen unter anderem am Helenesee in Frankfurt Oder, im Wöhrsee in Burghausen sowie an verschiedenen Punkten der Elbe durchgeführt werden. Eistauchen hingegen wird vor allem in der Alpenregion, in Österreich im Tiroler Urisee, Traunsee und im Grundlsee angeboten.